Naturschutzfachliche Entwicklung im b05 vorgestellt

Das Kunst-, Kultur- und Naturschutzforum b-05 im ehemaligen Munitionsdepot bei Horressen / Montabaur ist ein Begegnungsort, an dem Kunst, Kultur und Naturschutz auf gleichem Raum seit vielen Jahren erlebbar ist. Vor allem die naturschutzfachliche Betreuung und Entwicklung des b-05 wurde jüngst in einer Vortrags- und Exkursionsveranstaltung vorgestellt. Zum Hintergrund: Seit 2005 werden in den ehemaligen Militärbunkern Kunstausstellungen gezeigt. Doch 2016 stand der Fortbestand der Ausstellungen und des damaligen Kunstprojektes an einem Wendepunkt, da der Hauptsponsor seine Unterstützung einstellte und der Pachtvertrag mit der Stadt Montabaur verlängert werden musste. Stimmen wurden laut, dass der Kunstbetrieb in Mitten des Waldes und damit innerhalb des FFH-Gebietes der Montabaurer Höhe nicht naturverträglich sei. Mit diesen Herausforderungen fand eine Neuausrichtung des Kunstvereins statt. Die Belange des Naturschutzes wurden als wichtige Zielsetzung in die Statuten des Vereins integriert und der Cafebetrieb in einen der Eingangsgebäude intensiviert. Um dem hohen ökologischen Wert des Geländes mit seiner großen Vielfalt seltener Tier- und Pflanzenarten gerecht zu werden, wurde die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg als naturschutzfachlicher Partner gefunden, die sich gemeinsam mit etlichen Ehrenamtlichen und dem Naturpark Nassau, seitdem um die naturschutzfachliche Betreuung des Geländes kümmert. Hierzu wurden ab 2016 die naturschutzfachlich wichtigsten Tier- und Pflanzengruppen kontinuierlich erfasst und dokumentiert. Ein ausführlicher Pflege- und Entwicklungsplan wurde aufgestellt und seit 2017 mit finanzieller und personeller Unterstützung der Stadt Montabaur umgesetzt. Hierzu wurde die fortschreitende Verbuschung der Offenlandflächen zurückgedrängt. Auf den Bunkerdecken und entlang der Asphaltwege im nördlichen bewaldeten Teil wurden Bäume und Gehölze umfangreich entfernt. Auf der sensiblen Heide im südlichen Teil wurde deutlich behutsamer eingegriffen und die selektiv gefällten Gehölze mit Pferden von den trittempfindlichen Beständen gerückt. Im Nachgang an die Gehölzentnahmen beweidet seit 2017 eine kleine Gruppe Burenziegen Teile des Geländes und verhindern so, dass die freigestellten Offenbiotope wieder zuwachsen. Es konnten weitere Wiesen wieder hergestellt werden, die zu Zeiten der militärischen Nutzung noch vorhanden waren und zwischenzeitlich zugewachsen waren. Mit der Wiederherstellung, der Pflege und Beweidung der Offenlandbiotope kehrten zahlreiche seltene Tiere und Pflanzen, wie z.B. der Helle und Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ins b-05 zurück. Die im Gelände vorkommende Besen- und Glockenheide wurden durch gezieltes Abgraben des Oberbodens dem sogenannten Placken gefördert. Außerdem wurden zwei der vorhandenen Bunker zu Amphibien- und Fledermausschutzbunkern umgestaltet. Die vorhandenen Gewässer im Gelände gepflegt und vorkommende invasive Neophyten entfernt, die erfreulicher Weise noch wenig Dominanz in dem waldumgebenen Gelände haben. Begleitet werden diese Maßnahmen mit einer kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit. So werden jedes Jahr im Rahmen des Programms des b-05 auch einige naturbezogene Veranstaltungen angeboten und die naturschutzfachliche Entwicklung in Arbeitsberichten der Masgeik-Stiftung festgehalten.


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