Feuchtgebiete des Hohen Westerwaldes erkundet

Trotz des morgendlichen Gewitters und Regens ließ sich eine interessierte Gruppe Naturfreunde nicht abschrecken und war der Einladung der Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg, dem NABU Daaden sowie der Gesellschaft für Ornithologie zu einer Freilandexkursion in den Lebensraum der Feuchtgebiete des Hohen Westerwaldes gefolgt. Geführt wurde die Gruppe vom Naturschutzreferenten der Masgeik‑Stiftung, Philipp Schiefenhövel, der die Teilnehmenden fachkundig durch einen der wertvollsten Lebensräume der Region leitete.

Schon zu Beginn zeigte sich die besondere Vielfalt des Gebietes: Unter den Vogelarten konnten u.a. Braunkehlchen, Feldlerche, Sumpfrohrsänger, ein rufender Kuckuck u.v.m. beobachtet werden – typische Vertreter der extensiv genutzten Offenlandschaften. Auch botanisch bot die Exkursionsroute zahlreiche Höhepunkte. Auf den artenreichen, mageren Flachland‑Mähwiesen fanden sich Breitblättriges Knabenkraut, Grünliche Waldhyazinthe und Teufelskralle. In den feuchteren Bereichen beeindruckten Vertreter wie Trollblume und Bachnelkenwurz, die auf intakte Nasswiesen und Brachen angewiesen sind.

Ein besonderer Schwerpunkt der Exkursion lag auf den Schmetterlingen, die in diesem Gebiet eine herausragende Rolle spielen. Neben dem seltenen Blauschillernden Feuerfalter, der dem aktuellen Artenschutzprojekt der Masgeik‑Stiftung seinen Namen gibt, konnten auch der Lilagold‑Feuerfalter, der Gelbwürfelige Dickkopffalter, ein Mittlerer Weinschwärmer, die Raupe des Braunen Bärs und zahlreiche weitere Tag‑ und Nachtfalter entdeckt werden. Hier hatte der jüngste Exkursionsteilnehmer Mika aus Dierdorf besondere Freude, den einen oder anderen Vertreter mit dem Insektenkescher zu erbeuten. Die Vielfalt der Arten verdeutlichte eindrucksvoll die ökologische Bedeutung des Gebietes.

Schiefenhövel erläuterte entlang der Route ausführlich die Pflege‑ und Entwicklungsmaßnahmen, die im Rahmen des Artenschutzprojekts für den Blauschillernden Feuerfalter umgesetzt werden. Die Gruppe konnte neu angelegte Wiesenbrachen begehen und sich ein Bild davon machen, wie durch Rotationsmahd in nährstoffreichen Hochstaudenfluren sowie durch gezielte Gehölzrücknahme wertvolle Offenlandstrukturen wiederhergestellt werden. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Wachstumsbedingungen des Schlangenknöterichs zu verbessern – jener Pflanze, die als einzige Raupenfutterpflanze des seltenen Blauschillernden Falters dient. Neben der begangenen Fläche werden in den nächsten Jahren derzeit rund 50 weitere Populationsstandorte entsprechend betreut und optimiert.

Am Ende der Exkursion zeigte sich die Gruppe beeindruckt von der Artenfülle und den engagierten Bemühungen um den Erhalt dieses einzigartigen Lebensraums. Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig kontinuierliche Pflege und gezielte Naturschutzmaßnahmen sind, um die biologische Vielfalt im Hohen Westerwald langfristig zu sichern.


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