Nachtaktive Schönheiten im b-05

„Sehen Sie dort, das ist Opisthograptis luteolata - der Gelbspanner und wie der Name verrät, ist er gut an seiner kräftigen Gelbfärbung zu erkennen“. So oder so ähnlich kommentiert Dr. Axel Schmidt von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) die knapp 30 Nachtfalterarten, die sich im Laufe einer naturkundlichen Veranstaltung im b-05 an seiner Lichtfalle niederlassen. Dr. Axel Schmidt steht mit einem kleinen Betäubungsglas und einer Lupe in der Hand vor einem großen Lichtturm auf den Heidenflächen des Kunst-Kultur-Naturforums. Er wird umringt von über 20 Teilnehmern, die ins b-05 gekommen sind um einiges zu den nachtaktiven Schönheiten auf diesen ehemaligen Munitionsdepot bei Horressen / Montabaur zu erfahren. Eingeladen zu der Veranstaltung hatten die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg zusammen mit dem Naturpark Nassau und dem Verein des b-05. „Insgesamt gibt es 1125 Nachtfalterarten in Rheinland-Pfalz etwa acht Mal so viele Arten, wie es Tagfalter gibt“ erfahren die Teilnehmer im Rahmen des Fachvortrages von Dr. Schmidt, der vor dem Lichtfang im Café des b-05 stattfindet. Meist sind Nachtfalter als braune unscheinbare Motten bekannt, doch die Artenvielfalt der nachtaktiven Schmetterlinge umfasst mit den Bären, Spinnern, Bohrern, Eulenfaltern, Spannern und Schwärmern noch etliche Gruppen mehr. Ihre Vertreter sind teils ähnlich farbenprächtig wie ihre tagaktiven Verwandten und manche Arten werden über 10 cm groß. Im Gegensatz zu den Tagschmetterlingen leben viele der Nachtfalter durch ihren nächtliche Aktivität eher im Verborgenen. Während es bei dem Tagfaltern keine Arten gibt, die auch nachts aktiv sind, so gibt es etliche tagaktive Nachtfalter, wie beispielsweise das Taubenschwänzchen, die Spanische Flagge und viele Arten der Blutströpfchen bzw Widderchen. Etwa 70-80 % der Arten kommen in den verschiedenen Offenlandlebensräumen vor, aber auch der Wald wird von einigen Arten besiedelt. Wie bei vielen anderen Insektengruppen sind die Bestände vieler Arten im Westerwald und in anderen Regionen Deutschlands stark rückläufig. „Dies hängt zum einen mit der Intensivierung der Flächennutzung vorwiegend in der Landwirtschaft aber auch mit einer zu geringen Flächennutzung und einer damit einhergehenden Verbuschung und Bewaldung von Offenlandflächen z.B. ehemaliger Weinbergsteillagen oder alter Dorfviehweiden zusammen“ erläutert Axel Schmidt. In der Gruppe der Schmetterlinge wandern im Zuge des Klimawandels einige wärmeliebende Arten aus dem Mittelmeerraum meist entlang der Rheinschiene nach Rheinland-Pfalz ein, die es hier bislang noch nicht gab. Auf der anderen Seite werden wir in den nächsten Jahren im Hohen Westerwald rund um die Fuchskaute mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit leider auch einige kaltangepasste Schmetterlingsarten verlieren. Im Gegensatz zu ihren wärmeliebenden Verwandten, die ihr Verbreitungsgebiet in nördlichere Lagen ausweiten, können die an wechselhaft feuchtes Klima angepassten Arten wie z.B. der Blauschillernde Feuerfalter in keine höheren kühleren Lagen ausweichen. Solche und viele spannende Einblicke in die Artenvielfalt der nachtaktiven Schmetterlinge konnten die Teilnehmer erfahren, von denen sicherlich einige ins b-05 wiederkommen werden. Vielleicht bereits zur nächsten naturkundlichen Veranstaltung am 23. Juni, an der dann unter der Leitung des Naturschutzreferenten der Masgeik-Stiftung Philipp Schiefenhövel dann die tagaktiven Schönheiten im b-05 intensiver in den Fokus gerückt werden.


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