Im Reich der Spinnen

„Spinnen heißen Spinnen, weil sie spinnen“ diese und viele weitere lockere aber vor allem auch wissenswerte Informationen rund um die Spinnen wusste der Diplom-Biologe Volker Hartmann von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord aus Koblenz auf der Spinnenveranstaltung der Will und Liselott Masgeik-Stiftung zu berichten. Fast dreißig Spinneninteressierte waren nach Molsberg gekommen, um den Ausführungen des Spinnenexperten zu lauschen. So erfuhren die Teilnehmer, dass es neben den Echten Spinnen und den Vogelspinnenartigen mit ihren acht Beinen und den Spinnwarzen am zweigeteilten, eher weichen Körper auch eine große Tiergruppe der „Spinnenartigen“ gibt. Zu diesen Spinnentieren, von denen Volker Hartmann einige Exponate mitgebracht hatte, gehören die Skorpione, die Walzenspinnen, Geißelskorpione und Milbenartige, die im Gegensatz zu den Echten Spinnen über keine Spinnwarzen verfügen. Wie enorm artenreich die Gruppe der Spinnen ist, macht ihr Vorkommen - mit Ausnahme des Meers - in jeglichen Landlebensräumen der Erde deutlich. Selbst stehende Süßgewässer können von einer Wasserspinnenart (Argyroneta aquatica) besiedelt werden. Weltweit gibt es schätzungsweise 80.000 bis 100.000 Spinnenarten von denen bislang etwa 50.000 Arten bestimmt sind. Alle diese Spinnen besitzen ein artspezifisches Spinnengift, jedoch lediglich bei ca. 200 Spinnenarten ist das Gift potent genug, um bei einem Biss für den Menschen gefährlich zu werden. Mit Ausnahme weniger Vertreter im Mittelmeerraum, wie der in Spanien vorkommenden Röhren-Vogelspinne oder der Schwarzen Witwe, die in der Südschweiz, Italien und dem östlichen Mittelmeerraum verbreitet ist, gibt es in Europa und erst recht nicht in Deutschland keine für den Menschen giftige Spinnen. Obwohl allein im Westerwald etwa 400 verschiedene Spinnenarten anzutreffen sind. Besonders zum Altweibersommer kann man morgens die taubehafteten Spinnweben in Bäumen, Büschen und Feldern sehen. Zu dieser Jahreszeit lassen sich besonders viele Spinnenarten durch das sogenannte „Ballooning“, wie an einem Luftballon an einen langen Spinnfaden durch die Lüfte treiben. Über diese Art der Fortbewegung konnten Spinnen alle Landlebensräume der Erde, bis ins Hochgebirge, in die Wüsten oder auf abgelegene Inselstaaten für sich erobern.


Spinnenfang mit Regenschirm in den Gassen von Molsberg

Doch auch unsere heimischen Wiesen, Laubmischwälder aber auch die Häuser und Siedlungen bieten vielen Spinnenarten einen Lebensraum. Dies wurde der Teilnehmergruppe im Anschluss an den informativen Vortrag bei einer kleinen Exkursion in die Umgebung von Molsberg deutlich. So demonstrierte Volker Hartmann etliche Arten von Düster-, Baldachin- oder Radnetzspinnen, die in den Mauern und Bäumen von Molsberg ihr Netz gesponnen hatten. Auch einige Vertreter von Jagd-, Wolf- oder Kreuzspinnen konnten demonstriert werden. Zu guter Letzt erkundete die Gruppe den alten Gewölbekeller der Alten Schule von Molsberg, in dem in kürzester Zeit drei verschiedene Spinnenarten entdeckt wurden. Nach drei kurzweiligen Stunden bedankte sich der Naturschutzreferent der Masgeik-Stiftung Philipp Schiefenhövel bei Volker Hartmann für die gelungene und informative Führung ins Reich der Spinnen. Er verabschiedete sich von den Teilnehmern, die beim nächsten Hausputz mit dem Staubwedel vielleicht einen etwas anderen Blick auf die achtbeinigen Hauseckenbewohner richten werden.


Spinnensuche im Gewölbekeller der Alten Schule von Molsberg


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