2018.08.11 Kräuter am Wegesrand

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„Nach dem Volks- und Heilglauben werden dem Hexenkraut Circaea lutetiana magische Kräfte nachgesagt. So steckten sich die Damen ein wenig von der Waldpflanze in die Taschen und hofften damit die Männer bezirzen zu können.“ Diese, und viele andere Geschichten über Kräuter, die am Wegesrand stehen, wusste Kräuterexpertin Iris Franzen zu berichten. Dabei gab es auch einiges zum Schmunzeln, wie die Geschichte über den Löwenzahn, der im Vollmond aufgetragen lästige Warzen heilen soll. Aber zum größten Teil wurden die vielen Teilnehmer der Kräuterwanderung der Will und Liselott Masgeik-Stiftung in viele Geheimnisse der am Wegesrand wachsenden Kräuter eingeweiht. „Entdecken und Kennenlernen von Beeren, Kräutern und Blütenpflanzen“ stand auf der Einladung zu der als Expertin die gelernte Gärtnerin und Natur- und Landschaftspflegerin Iris Franzen aus Bad Marienberg verpflichtet wurde. „Zum ersten Mal bei uns“ wusste dann Diplombiologe Philipp Schiefenhövel von der Masgeik-Stiftung über die Kräuterexpertin zu berichten. Er bekam einen der raren Termine der erfahrenen Kräuterexpertin um auch das Thema „Kräuter“ in dieser Form in den umfangreichen Terminplan der Masgeik-Stiftung aufzunehmen.


Und es wurde ein spannender Nachmittag für die vielen Teilnehmer, die sich am Eichberg zu einem Rundgang trafen und gleich bei einem in vollem Fruchtstand stehenden Schlehenstrauch einen Stopp einzurichten. Hier erfuhren die Teilnehmer von dem Schnaps, der aus den Schlehen hergestellt werden kann „aber erst nach dem ersten Frost“ oder aber auch von Schlehen-Gelee. Weiter ging die Wanderung die geprägt war von Pflanzen, die trotz der Hitzeperiode noch zu erkennen waren und zum Teil auch in Blüten standen. Dazu zählte dann auch der Löwenzahn am Wegesrand „deren Wurzeln früher zu Kaffee verarbeitet wurden. Aber erst im Herbst, weil dann die Bitterstoffe raus sind“. Oder, ein paar Meter weiter, der Spitzwegerich und der Breitwegerich. „Die Blasenpflanze der Natur“ weiß Iris Franzen vom Spitzwegerich zu erzählen. So soll bei einer Blase am Fuß ein Blatt des Spitzwegerichs in den Strumpf auf die Blase gelegt werden. Der Saft der Pflanze hat dann eine heilende Wirkung. Und auch bei Insektenstichen soll der Saft des Spitzwegerichs helfen „und für die innere Heilung ist der Spitzwegerich eine Hustenpflanze“. Ebenfalls zu den heilenden Pflanzen gehört das Ackerschachtelkraut, das Zinnkraut „das in der Saurierzeit in ganzen Wäldern zu finden war“. Hier ist eine Anwendung bei eitrigen Wunden möglich.

 

Weiter ging es über die Brennnessel, die Hagebutte, dem Wilden Oregano, über Beifuß hin zu dem Rainfarn „der Fliegen und Mücken abwehrt“. Eifrig schrieben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit um einige der Anregungen in den eigenen vier Wänden auszuprobieren. So gab es Rezepte für Teesorten mit Himbeerblätter, Kornblume, Rose oder Ringelblumen, Essigrezepte aus Salbei, Lavendel, Thymian oder Rosmarin; Tinkturen mit Beinwell oder Arnika und Öle aus Johanniskraut und Ringelblumen. Und wer vorbeugend etwas für den im Winter drohenden Husten haben will, der muss unter anderem Thymian, Ysop, Kamille und Salbei pflücken und nach einem entsprechenden Rezept mischen.


Zum Ende der Veranstaltung fanden sich die Teilnehmer in der Alten Schule von Molsberg ein, um hier die frisch gesammelten Kräuter zu einem leckeren Kräuterquark zu kredenzen und auch zu verspeisen. Mehr als zufrieden zeigten sich am Ende nicht nur die vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Auch Hella Weigand vom Vorstand der Masgeik-Stiftung zeigte sich vom Verlauf der Veranstaltung vollauf zufrieden. „Von Jahr zu Jahr wird das Interesse zurück zur Natur größer“ wusste sie am Ende zu berichten und bedankte sich herzlichst bei Iris Franzen für die gelungene Leitung der Wanderung. Text, verändert von Klaus-Dieter Häring.


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