2016.12.09 Weniger los am winterlichen Futterhaus?

In den Medien wird seit Anfang des Jahres viel über geringe Bestandsdichten von Vögeln an den heimischen Futterhäusern berichtet. Auch an den verschiedenen Futterstellen rund um die Naturschutzstation Molsberg der Will und Liselott Masgeik-Stiftung ist in diesem Winter bislang wenig Betrieb. Einen merklichen Anstieg hat es zum Jahreswechsel mit dem fallenden Temperaturen, dem damit verbundenen Bodenfrost und leichten Wintereinbruch gegeben so der Naturschutzreferent der Stiftung Philipp Schiefenhövel. Die Situation ist aber nicht vergleichbar mit dem regen Betrieb von vergangenen Jahren.

Schiefenhövel erklärt sich die Situation so, dass durch den späten Wintereinbruch und die vielerorts im Westerwald noch fehlende Schneedecke die Vögel im Wald und der Flur noch genügend Nahrung finden. Durch eine gute Eichen- und Hainbuchenmast sind vielerorts noch Futterreserven vorhanden. Ein zweiter wichtiger Grund ist aus seiner Sicht in den vielen abgebrochenen Bruten oder gestorbenen Jungvögeln im Sommer 2016 zu sehen. Die niedrigen Temperaturen und andauernden Niederschläge bis Mitte Juli haben in den Vogelnistkästen rund um die Naturschutzstation zu etlichen Verlusten bei den Jungvögeln geführt, die nun im Winter als potentielle Futterhausbesucher fehlen.

Dennoch und umso mehr spricht sich Schiefenhövel für eine Winterfütterung von Vögeln aus. Schon seit vielen Jahren klärt er die Menschen im Westerwald über das Thema „Vogelfütterung im Winter“ auf. Eine dieser Hilfen ist die Herstellung von Futterglocken, die kürzlich im alten Rathaus von Molsberg angeboten wurde.

Der Biologe erläuterte, wann und wo man am besten mit der Fütterung beginnen sollte und was die Vogelfreunde dabei beachten müssen. Anfangen sollte man schon mit dem Wintereinbruch Ende November und kontinuierlich bis Ende des Winters, Anfang April, durchfüttern. Die Vogelfütterung sollte auch bei wärmeren Temperaturen nicht unterbrochen werden. Der Biologe empfiehlt zudem, mehrere Futtermaterialien anzubieten, da die unterschiedlichen Vogelarten auch unterschiedliche Futteransprüche haben. Hart- und Weichfutterfresser wie die meisten Meisenarten seien anspruchslos und bekommen Sonnenblumenkerne. Amsel, Heckenbraunelle und Rotkehlchen bevorzugen Weichfutter aus Futterglocken, Rosinen, Äpfel und Beeren. Arten mit kleinen spitzen Schnäbeln, wie der Stieglitz, Erlenzeisig und Bluthänfling sind Körnerfresser, die vor allem Getreidekörner, Hanfsamen oder Hirse brauchen.

Vor dem Bau der Futterglocken gab es noch ein paar theoretische Hinweise, wo diese aufgehängt werden sollen: und zwar nicht zu nah an Fenstern oder am Haus. Ideal ist ein Standort in der Nähe von Sträucher oder Bäumen, aber nicht so nah, dass Hauskatzen, Steinmarder oder Eichhörnchen leicht ins Futterhaus gelangen können.



Auch über die Form und Gestalt von Futterhäusern wurden die Teilnehmer informiert. Diese sollten möglichst eine große Grundfläche von etwa einem Quadratmeter mit vielen Einflugsmöglichkeiten bieten. Die Futterstellen sollten überdacht und so vor Regen und Schnee geschützt sein. Neben einer Hauptfutterstelle sollte mit mehreren kleinen und ebenfalls überdachten Futterstellen an die scheuen und eher am Boden fressenden Arten wie Rotkehlchen, Goldammer und Heckenbraunelle gedacht werden. Ideal sind nach Aussage von Philipp Schiefenhövel Vogelhäuser mit Futtersilos. „Hier bleibt das Futter trocken, und es ist immer so viel im Angebot, wie benötigt wird. So wird eine Ansiedlung von Krankheitskeimen im Futter vermieden. Auch ist kein tägliches Nachfüttern erforderlich.“ Mit diesen Informationen ausgestattet, ging es an die Herstellung der Futterglocken. Dafür wird Fett in einem großen Topf erhitzt, Rosinen, Sonnenblumenkernen, Nüsse, Haferflocken und Getreidespreu beigefügt und das Ganze unter ständigem Umrühren zu einer dickflüssigen Masse verarbeitet. Das fertige Gemisch wird in Tontöpfe gegeben, in denen ein Stock steckt, der im unteren Teil eine Astgabelung haben sollte, „damit sich die Vögel daran hangeln können“. Ist die Masse wieder abgekühlt, ist die Futterglocke fertig.


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