2016.11.25 Molsberger Gespräche

Vorstandsmitglied, Hella Weigand bedankt sich bei Günther Czerkus für den erfolgreichen Abend.

Wie in den vergangenen Jahren so waren auch die diesjährigen „Molsberger Gespräche“ der Will und Liselott Masgeik-Stiftung mit fast vierzig Zuhörern gut besucht. Ausschlaggebend hierfür war der überregional bekannte Referent des Abends Günther Czerkus, der die Zuhörerschaft über das Thema „Die Schäferei - ein traditioneller Beruf im Wandel der Zeit!“ informierte. Die Begrüßung des Vortragabends übernahm als langjähriges Vorstandsmitglied der Stiftung, Hella Weigand, die Herrn Czerkus als Vorsitzenden des Bundesverbandes der Berufsschäfer und selbst langjährig praktizierenden Schäfer in der Eifel vorstellte.

An den heutigen Schäfer werden neben der fachmännischen Arbeit mit den Tieren immer größere, gesellschaftliche und bürokratische Anforderungen gestellt, die es zu meistern gilt. So sieht Günther Czerkus die Schäfer mittlerweile eher als agrarökologische Dienstleister, die mit Ihrer Arbeit vielseitige Leistungen erbringen, die jedoch nicht entsprechend entgolten werden. So sorgen Schäfer mit ihren Schafen für einen verbesserten Trinkwasser- und Erosionsschutz. Das gängigste Beispiel hierfür sind Deichschafe in Norddeutschland, die durch ihren Tritt und den Grasverbiss die Stabilität der Deiche aufrechterhalten, was im gleichen Umfang aber auch auf abschüssige Weideflächen im Inland übertragbar ist. Des Weiteren kann die fachmännische Beweidung mit Schafen eine Verbuschung und Artenverarmung von ökologisch hochwertigen Flächen verhindern. Im Schafsfell können Pflanzensamen und Tiere via „Schafstaxi“ verfrachtet und so zu einer Artenanreicherung und einem genetischen Austausch von beweideten Flächen führen. Durch die Winterbeweidung mit Schafen wird landwirtschaftlich genutztes Grünland auf ein gesundes artenreiches Wiedererwachen im nächsten Frühjahr vorbereitet. Dies ist vor allem auf nassen Feuchtwiesen bedeutsam, die mit landwirtschaftlichem Gerät auf Grund der Bodennässe oder zu geringer Wirtschaftlichkeit zum Jahresende nicht mehr bearbeitet werden können.

Trotz der vielen für den Naturhaushalt positiven Leistungen, haben die Schäfer mit niedrigen Erzeugerpreisen zu kämpfen. So ist der Preis für ein Kilo Lammfleisch mit durchschnittlich 5 € in den letzten dreißig  Jahren gleich geblieben, während die Unterhaltungs- und Betriebskosten kontinuierlich gestiegen sind. Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass es bundesweit heute gerade noch 2000 Berufsschäfer gibt. Die zunehmenden Anforderungen an den Beruf und das hohe Durchschnittsalter heutiger Berufsschäfer von 56 Jahren machen eine Zunahme und Verjüngung dieses traditionellen Berufsfeldes sehr unwahrscheinlich so Czerkus. Dennoch sieht er die Zukunftsaussichten für seinen Berufsstand positiv, denn je weniger Schäfer es gibt, desto gefragter werden die wenigen agrarökologischen Dienstleister für spezialisierte Aufgabenfeld bleiben. In der Nachfrage von Schafsmist als ökologisch nachwachsenden Naturdünger oder aber im Vertrieb von Lammfleisch über das Internet sieht Günther Czerkus gute Potentiale den traditionellen Beruf des Schäfers auch langfristig wirtschaftlich am Leben zu erhalten.

Der informative Vortrag wurde mit einer regen Diskussions- und Fragerunde abgerundet. In Anschluss daran bedankte sich der Naturschutzreferent der Stiftung, Philipp Schiefenhövel herzlichst bei Günther Czerkus für den gelungenen Abend und bei den Zuhörern für ihr Kommen.


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