2016.06.19 Westerwälder Stadtökologie Hachenburg

Nach einer ersten Wanderung zur Stadtökologie in Montabaur fand kürzlich eine weitere Exkursion zu diesem Thema in Hachenburg statt. Wie in Montabaur standen auch dieses Mal die tierischen und pflanzlichen Bewohner des städtischen Raumes im Vordergrund. Los ging es am alten Friedhof von Hachenburg und entlang des Haingartenweges, wo auf Grund der Garten- und Kleinwaldstrukturen zahlreiche Vogelarten, wie Singdrossel, Rotkehlchen, Buntspecht, Heckenbraunelle noch geeigneten Lebensraum finden. Einzelne wenige Relikte in Form eines terrassierten naturnahen Gartens und einiger weniger Streuobstflächen ließen die Bedeutung der südlich ausgerichteten, historischen Haingärten erkennen. Weiter ging es durch die Hachenburger Wohnviertel zum Burggarten. Hier wurde die Baumsatzung der Stadt Hachenburg thematisiert, mit der alle größeren Bäume der Stadt erfasst werden. Auch die Auswirkungen der Verkehrssicherheitspflicht und die damit verbundenen Entastungen und den Rausschnitt des Totholzes an den Bäumen des Burggarten wurden in Augenschein genommen. Am Hachenburger Schloss konnte die Gruppe um den Exkursionsleiter Philipp Schiefenhövel Mauersegler bei ihren Anflug an die Brutnischen in den Dachgauben beobachten. In der Nähe des alten Stadtmauerverlaufes betrachteten die Teilnehmer schließlich eine aus erster Sicht „verwahrloste“ Parkplatz- und Ruderalfläche. Hier lenkte Schiefenhövel die Aufmerksamkeit auf die hohe Artenvielfalt der hier wachsenden Pflanzen sowie deren tierischen Bewohner und Bestäuber. Pflanzen wie der Fingerhut, das orangefarbene Habichtskraut, die Wiesenmargerithe oder das Jakobskreuzkraut finden hier im sonst stark versiegelten städtischen Raum Platz zu wachsen. In der Hachenburger Altstadt machte Schiefenhövel auf die oft verfugten Mauerritzen aufmerksam, die in den meisten Fällen wenig Raum für Pflanzen der Mauerritzenflora, wie die Mauerraute, das Zimbelkraut oder die verschiedenen Streifenfarne bieten. Selbiges gilt für die Mauerfußflora, die nur an wenigen Stellen in der Altstadt zu finden sind. An diesen Beispielen wird gut sichtbar, dass der Sinn für Sauberkeit, Ästhetik und Ordnung oft wenig Raum für Tiere und Pflanzen in unseren Städten lässt. Selbiges gilt auch für die Brutstandorte der Mehlschwalbe – so finden sich lediglich zwei Häuser in der Hachenburger Altstadt mit Vorkommen dieser im Siedlungsraum lebenden Vogelart. Trotz der einen oder anderen kritischen Betrachtung waren die Teilnehmer erstaunt, wie viele Tiere und Pflanzen in Hachenburg zu beobachten sind und waren froh trotz des vorangehenden Platzregens an diesem Morgen den Weg nach Hachenburg genommen zu haben.


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