2016.05.20 Tier- und Pflanzenwelt der Streuobstwiesen

Über 730 Obstbäume gibt es noch auf den Streuobstwiesen in der Gemarkung von Molsberg außerhalb des Ortsbereiches, wie die Will und Liselott Masgeik-Stiftung in ihrer aktuellen Streuobstkartierung festgestellt hat. Einige dieser Streuobstwiesen standen nun im Fokus einer Veranstaltung der Masgeik-Stiftung und der Ortsgruppe des NABU Hundsangen, zu der eine kleine Gruppe Naturbegeisterter den Weg nach Molsberg gefunden hatten. So wurde zunächst ein 22 Jahre alter Streuobstbestand von Bernhard Dochnahl aus Molsberg von der Exkursionsgruppe in Augenschein genommen. Nachdem der Naturschutzreferent der Stiftung Philipp Schiefenhövel auf die generellen Unterschiede in der Wuchsform und Knopsenausprägung verschiedener Kern- und Steinobstsorten wie Äpfel, Birnen, Mirabellen, Pflaumen und Zwetschgen einging, machte er die Teilnehmer auf die unterschiedlichen Wuchsgrößen einige typischer Westerwälder Apfelsorten, wie Rheinischer Winterrambur, Kaiser Wilhelm, Goldparmäne oder Bohnenapfel aufmerksam.

Rund um einige Vogelnistkästen konnte die Gruppe im Anschluss fütternde Blaumeisen, Feldsperlinge und aus einer Naturhöhle junge Stare heraus blicken sehen. Auf einer sehr alten Streuobstwiese, die zugleich Ausgleichsfläche der Verbandsgemeinde Wallmerod ist, stellte Schiefenhövel verschiedene Pflanzenarten vor. Hier finden besonders viele verschiedene und auch seltene Pflanzen einen Lebensraum, wenn die Wiesen unter den alten Streuobstbäumen nicht gedüngt und höchstens zwei Mal im Jahr und möglichst spät gemäht werden. So kann man auf den Molsberger Streuobstwiesen noch Arten, wie den Kleinen Klappertopf, den Knöllchen-Steinbrech, den Kleinen Wiesenknopf oder an zwei Stellen auch das Mannsknabenkraut eine selten gewordene Orchideenart finden. Sie symbolisieren die hohe Artenvielfalt, die man im Lebensraum der Streuobstwiesen mit teils über 5000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten in Deutschland finden kann. Doch auch einige tierische Bewohner, wie ein rufender Grünspecht, der Neuntöter und die Goldammer, sowie eine Hornisse, einige Schmetterlings-, Spinnen- und Wanzenarten wurden im weiteren Verlauf der Veranstaltung in Augenschein genommen. Scheue nachtaktive Vertreter der Streuobstwiesen wie Steinkauz, Siebenschläfer, Steinmarder, Igel und verschiedene Fledermausarten konnten nur an Hand der Nistkästen oder potentiell bewohnter Naturhöhlen nachempfunden werden. Insgesamt machten zahlreiche Beobachtungen verschiedene Tiere und Pflanzen aber sehr gut deutlich, wie artenreich der Lebensraum der Streuobstwiesen ist und dass es lohnt sich für dessen Erhalt und Fortbestand einzusetzen.


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