Streuobstgemeinde Molsberg startet durch

Vor kurzen haben die Arbeiten in der Streuobstgemeinde Molsberg im Rahmen des Streuobstprojektes der Will und Liselott Masgeik begonnen. So wurden zum einen die ersten 100 Pflanzgruben in der Molsberger Gemarkung ausgehoben und die Pflanzung neuer Obstbäume gestartet.

Des Weiteren wurden etliche verbuschte und eingewachsene alte Streuobstbäume freigestellt und die ersten Altbäume von dem Team Astwerk aus Nisterau geschnitten. Nachdem die vergangenen kalten Nächte die letzten Blätter von den Obstbäumen getrieben haben, beginnt die Phase des Winterschnitts der Obstbäume. Eigentlich kann man das ganze Jahr Obstbäume schneiden, aber da in der Landwirtschaft viele Arbeiten im Hof und Felde im Winter ruhen werden traditionell in dieser laubfreien Zeit die Obstbäume geschnitten. Durch den regelmäßigen Winterschnitt bleiben die Obstbäume vital und danken es mit gleichbleibendem hohem Obstertrag. Mit dem globalen Plantagenobstbau und dem Obst im Supermarkt rund ums Jahr verloren die alten Streuobstbäume ihre wirtschaftliche Bedeutung. Ihre Pflege wurde immer mehr vernachlässigt. Hierdurch sowie durch die milderen Winter konnte sich die Laubholzmistel auf den Obstbäumen tüchtig vermehren. Mistel-, Singdrossel und Star verweilen als klassische Zugvögel in milden Winter immer länger in unserer Heimat. Nun verzehren sie die klebrigen Mistelbeeren bzw. streifen deren Samen an den Obstbäumen ab und tragen zusätzlich zur Ausbreitung der Mistel in höhere auch kühlere Lagen des Westerwaldes bei. Der zunehmende Behang des kräftezehrenden Halbschmarotzers in Verbindung mit dem steigenden Trockenstress der letzten Sommer ließen hier zu Lande besonders diese mistelbehangenen ungepflegten Obstbäume absterben. Mit ihnen gingen vielerorts die regionalen Obstsorten, wie der Mauerapfel, der Westerwälder Grünapfel u.v.m. verloren. Teils sind extrem seltene Sorten wie z.B. das Hammeldeinchen vermutlich gänzlich verschwunden. Diesem Trend setzt sich die Masgeik-Stiftung mit ihren Partnern in der Streuobstgemeinde Molsberg entschieden entgegen und pflegt in den nächsten drei Jahren 450 meist vernachlässigte Obstbäume. Das Besondere daran ist, dass die Altbäume über zwei Jahre hinweg vorsichtig zurückgeschnitten werden, so dass sich die Bäume an den Eingriff, der für die Bäume ein Stressfaktor ist, anpassen können. Oft werden lange nicht mehr gepflegte Obstbäume in einem Winter ruckartig extrem zurückschnitten, wodurch das physiologische Gleichgewicht zwischen Wurzel und Krone durcheinander gebracht wird. Der Baum reagiert dann mit übermäßigen Wasserschossen oder stirbt im schlimmsten Fall ab. Man sollte deshalb den Rückschnitt lange ungepflegter Obstbäume über zwei oder sogar drei Jahre verteilen. Im ersten Winter schneidet man alle Misteln, abgestorbene Astpartien sowie stark reibende oder angebrochene Äste heraus. Im zweiten Winter findet der eigentliche Pflegeschnitt statt, in dem man den Baum auslichtet. Im dritten und letzten Winter korrigiert man schließlich ungewollte Wachstumsreaktionen des Baumes und stellt das physiologische Gleichgewicht wieder her.

Mistelzweige gegen kleine Spende erhältlich

Ein schöner Nebeneffekt  ist das Anfallen der dekorativen Mistelzweige, die bereits nach zwei bis drei Wuchsjahren hierfür groß genug sind. Beim ersten Winterschnitt der Molsberger Altbaumbestände fielen so umfangreiche Mengen Misteln an, so dass diese zum einen an Bruno Schneider von der Rumänienhilfe Obererbach zum Verkauf und zur Spendeneinnahme weitergeben wurden. Zum anderen kann man Misteln gegen eine Spende genauso wie den leckeren Streuobstapfelsaft auch direkt an der Naturschutzstation Molsberg der Masgeik-Stiftung erhalten.


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