Der Fischotter

„Der Fischotter – ein möglicher Rückkehrer auch im Westerwald?“ – diesem Thema widmete sich die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg in ihrer ersten Veranstaltung in diesem Jahr. Fast vierzig interessierte Zuhörer konnte Hella Weigand im Namen des Stiftungsvorstands in Molsberg begrüßen. Mit der Diplom Biologin Maria Schmalz von der Fischökologischen & Limnologischen Untersuchungsstelle aus Südthüringen (FLUSS) hatte die Stiftung eine hervorragende Referentin für den Vortragsabend gewinnen können, die sich seit über 20 Jahren mit dem Fischotter in Thüringen, Hessen und darüber hinaus befasst.

Referentin Diplom-Biologin Maria Schmalz


So konnte Frau Schmalz sehr anschaulich die scheue bis zu 1,40 m große Marderart vorstellen.  Der hoch anpassungsfähige Wasserbewohner besiedelt Gewässer jeglicher Art. Als Tagesversteck genügt ihm ein Hohlraum, wie ein Abflussrohr, ein Fuchsbau oder ein sonstiges trockenes Versteck unter Reisig oder auch anthropogenen Strukturen. Die Gewässerstruktur ist für sein Vorkommen demnach weniger entscheidend, als die im Gewässer vorhandene Nahrung. Am liebsten frisst er Fische jeglicher Form und Größe, aber auch Flusskrebse, Amphibien, Muscheln und Insektenlarven stehen je nach Verfügbarkeit auf seinem Speiseplan. Nachweisen kann man den meist nachtaktiven Marder am besten durch seinen Kot oder Trittsiegel, die er auf seinen Wanderungen entlang der Gewässer hinterlässt. Brücken mit deren gewässerbegleitenden Bermen spielen hierbei eine entscheidende Rolle, weiß Maria Schmalz, die in Thüringen jedes Jahr über 450 Brücken auf das Vorkommen des Otters kontrolliert.

Der Fischotter war nach der letzten Eiszeit in ganz Europa flächendeckend verbreitet. Als mit der Verbauung der Bäche und Flüsse, der Trockenlegung von Feuchtgebieten sowie im Zuge der Industrialisierung und verschiedener Chemieunfälle die Bestände der Fischfauna in den europäischen Still- und Fließgewässern drastisch zurückgingen, rückte der Fischotter als Nahrungskonkurrent ins Visier der Jäger und Angler. Sein mit über 70.000 Haare pro cm² dichtes Fell, das in der Pelzindustrie sehr begehrt war, wurde ihm dabei weiter zum Verhängnis, so dass er zum Beginn des 20. Jahrhunderts in weiten Teilen Deutschlands und Mitteleuropa durch intensive Fallenjagd und den direkten Abschuss ausgerottet war. Mit seiner Unterschutzstellung konnte sich der Gewässerbewohner langsam ausgehend von Ostdeutschland, Tschechien und Nordöstereich nach Thüringen, Schleswig-Holstein, Hessen bis nach Nordrhein-Westfalen wieder ausbreiten. Im Westerwald in dem er noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Einzelbeobachtungen belegt ist, könnte er im Zuge seiner westwärts gerichteten Ausbreitung ebenfalls zurückkehren. „Sie können optimistisch sein“ so Maria Schmalz „Es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis auch der Westerwald vom Fischotter wiederbesiedelt wird!“. In der nach dem Vortrag anschließenden Diskussion werden sowohl das Lahntal als auch im nördlichen Westerwald das Wassereinzugsgebiet der Sieg  als mögliche Einwanderungskorridore für den Fischotter in den Westerwald diskutiert.

Abschließend bedankte sich der Naturschutzreferent der Stiftung Philipp Schiefenhövel bei Frau Schmalz für den tollen informativen Vortrag und freute sich, dass die Stiftung durch die Veranstaltung eine Sensibilisierung für die mögliche Rückkehr des Fischotters in den Westerwald geben konnte.


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