2018.01.14 Grenzwanderung Grünes Band

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Foto | Marcel Weidenfeller

Bei winterlichen Temperaturen und teils sonnigem Wetter machte sich eine Gruppe von über zwanzig Wanderern auf den Weg die Lebensräume und Landschaften entlang der rheinland-pfälzisch hessischen Grenze zu erwandern. Eingeladen zu der Winterwanderung hatten der NABU Hundsangen, der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frickhofen sowie die Will und Liselott Masgeik-Stiftung aus Molsberg.

Los ging es am Friedhof von Dorndorf, wo der Leiter der Wanderung Philipp Schiefenhövel nach kurzem Wegmarsch auf den ersten noch erhaltenen Grenzstein aufmerksam machte. Während die Grenzsteine heute die Landesgrenze markieren, trennten sie im Hochmittelalter die Länder Kurtrier und Nassau-Oranien, was auf der Vorder- und Rückseite der Steine durch die Buchstaben „CT“ und „NO“ zu erkennen ist. Die heutige Grenze ist im Offenland häufig durch Wiesengräben oder lineare Gehölzstrukturen begleitet. Die Hecken wiederum sind wichtiger Lebensraum für darin brütende Vogelarten, wie Feldsperlinge, Heckenbraunelle, Neuntöter etc., zahlreiche Insekten und schutzsuchende Säugetiere wie Igel, Mauswiesel, Steinmarder und Co. Außerdem bieten sie Deckung für dämmerungsaktive Tiere, wie Fuchs, Dachs, Reh und Wildschwein, was Philipp Schiefenhövel der Wandergruppe gut an Hand einer im Matsch ausgeprägten Wildschweinfährte sowie an den Fußabdrücken einer Rehfährte verdeutlichten konnte. Doch nicht nur im Offenland sondern auch im Waldgebiet zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen ist der Grenzverlauf zu erkennen. So sind im hessischen Thalheimer Wald in der vergangenen Zeit weniger einzeln stehende Fichtengruppen und andere Nadelbäume gefällt worden als dies im Struthwald auf rheinland-pfälzischer Seite der Fall ist, was die Wandergruppe auf den Forst blickend gut erkennen konnten. Auch für die jagdliche Nutzung spielt die Landesgrenze eine wichtige Rolle, warum sie an vielen Grenzabschnitten im Wald durch bunte Flatterbänder für die Jagdausübenden markiert ist. Denn ein Wild was vom Jäger versehentlich über die Grenze hinaus erschossen wird, gehört laut Jagdrecht nicht dem Schützen, sondern demjenigen auf dessen Grund es tot zum Liegen kommt. Häufig ist das Wegenetz im Bereich der Grenze schlechter ausgebaut bzw unterbrochen, so dass beruhigte Flächen entstehen. Diese beruhigten Zonen sind oft Lebensraum oder Brutstätte von störungsempfindlichen Tierarten, wie der in diesem Raum vorkommenden Wildkatze oder auch den Schwarzstorch.

Zur Hälfte der Wanderung lud der Verkehrs- und Verschönerungsverein Frickhofen vertreten durch dessen Vorsitzenden Peter Preus die Wanderer auf eine Kaffee- und Kuchenpause ein, bevor es von Molsberg aus entlang der Waldgrenze weiter nach Hundsangen ging. Ein ornithologisches Highlight der Wanderung war sicherlich der Raubwürger, der sich auf einer Mittelspannungsleitung sitzend der Wandergruppe präsentierte. Aber auch Mittel-, Bunt und Grünspecht sowie insgesamt über 30 verschiedene Vogelarten als auch einige Rehe konnte die Wandergruppe auf der knapp 9 km langen Strecke beobachten. In Hundsangen angekommen, verabschiedete sich Marcel Weidenfeller stellvertretend für den NABU Hundsangen für alle, die an der Wanderung teilgenommen haben. Peter Preus dankte er für den gesponserten Kuchen und bei Philipp Schiefenhövel von der Masgeik-Stiftung für die Führung und Organisation der Veranstaltung.


Foto | Marcel Weidenfeller


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