2017.11.17 Molsberger Gespräche

Referentin Monika Runkel, Referent Dr. Klaus Richarz, Vorstandsmitglied Hella Weigand und Moderator Ulf Ludwig

In diesem Jahr beschäftigten sich die Molsberger Gespräche der Stiftung mit der „Wildnisentstehung dem sogenannten Prozessschutz in Deutschlands Wäldern“. Hierzu hatte die Stiftung zwei hochkarätige Referenten eingeladen, die Hella Weigand im Namen des Stiftungsvorstandes ebenso, wie die über 60 Teilnehmer zu Beginn der Veranstaltung herzlich begrüßte. Die Moderation des intensiven Diskussionsabend übernahm Ulf Ludwig aus Wallmerod, der die beiden Referenten Monika Runkel, Leiterin vom Forstlichen Bildungszentrum aus Hachenburg sowie Dr. Klaus Richarz den ehemaligen Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland der Zuhörerschaft vorstellte und kurz in die Inhalte des Abends einführte.

In ihrem Fachvortrag erläuterte Monika Runkel warum es wichtig und verantwortungsvoll ist in unseren Wäldern Holz zu nutzen. Sie verwies auf den hohen Holzbedarf, den Deutschland in der Papier- und Möbelindustrie sowie im Energiesektor hat und dass dieser Bedarf bereits seit 2009 nicht mehr mit dem in Deutschland erwirtschaftetem Holz gedeckt werden kann, sondern global zugekauft werden muss. Sie betonte, dass sie den Prozessschutz also den Verzicht der Holznutzung auf einem gewissen Flächenanteil von 10% der staatlichen Wälder für wichtig und richtig hält. Dennoch müssten in den restlichen 90% der Waldfläche Holz unter Berücksichtigung des Naturschutzes im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung genutzt werden, um den immer noch stattfindenden Waldraubbau in den Tropen aber auch vor allem in den borealen Nadelwäldern nicht weiter zu fördern. Vor allem die regionale Wertschöpfung und die Verwertung des Holzes zu langlebigen Produkten in der Möbel- und Bauindustrie müssten wieder mehr gestärkt werden umso mit der langfristigen Kohlenstoffspeicherung auch einen wichtigen Beitrag zum Klimawandel beizutragen.

Dr. Klaus Richarz nahm viele dieser Aspekte auf und verwies auch zunächst auf die Sinnhaftigkeit der Holznutzung in Deutschlands Wäldern. Er verdeutlichte aber auch, dass es viele Tier- und Pflanzenarten gibt, die auf die natürliche Sterbephase von Wäldern spezialisiert und angepasst sind. Ein noch so naturnah bewirtschafteter Wald käme bei Weitem nicht an die Biodiversität heran, die z.B. in einer der wenigen osteuropäischen Urwälder beheimatet ist. Entscheidend ist aus Sicht des Biologen welche Waldstandorte, in welcher Größe und in welchem Verbund aus der Nutzung genommen würden. Hier müsste der Anteil alter artenreicher Wälder genauso stark vertreten sein, wie alle anderen Waldaltersklassen. Nur alte dicke Bäume, die in die Zerfallsphase übergehen, könnten ausreichend Lebensraum für die verschiedenen Waldfledermäuse, xylobionten Insekten vor allem Käfer aber auch die hiervon abhängigen Vogelarten, wie Spechte und Säugetiere bilden.

Nach den beiden Fachvorträgen entstand eine rege Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Thema, die durch die unterschiedlichsten Beiträge von Förstern, Naturschützern, Jägern oder Privatwaldbesitzern aus den Reihen der Zuhörerschaft lebhaft gestaltet wurde. Zum Abschluss des Abends bedankte sich der Naturschutzreferent der Stiftung, Philipp Schiefenhövel herzlichst bei dem Moderator und den beiden Referenten für den gelungenen Abend und bei den Zuhörern für ihre rege Beteiligung.


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