Streuobstkartierung Molsberg

Streuobstkartierung Molsberg
von Philipp Schiefenhövel & Saskia Becker

Im Rahmen einer Streuobstkartierung wurden alle Obstbäume in der Offenlandfläche rund um die Ortsgemeinde Molsberg kartiert. Nicht mit in die Erfassung eingeflossen sind Obstbäume in Wald- und den innerörtlichen Siedlungsflächen. Insgesamt wurde eine Fläche von 157,7 ha Grün- und Ackerland untersucht.  Die Ortsgemeinde Molsberg liegt im Westerwaldkreis, im Nordosten von Rheinland-Pfalz und grenzt unmittelbar an die hessische Landesgrenze. Durch die Analyse von historischen Luftbildern konnte ein Rückgang des Molsberger Streuobstbestandes von ca. 25% seit 1953 ermittelt werden. Im Vergleich zu vielen anderen Westerwaldgemeinden, die im selben Zeitraum oft über die Hälfte der Streuobstbestände verloren haben, fällt der Rückgang in der Molsberger Gemarkung noch recht moderat aus. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass ein Großteil des Verlustes von alten Streuobstbeständen durch Neuanpflanzungen in Molsberg kompensiert wurde. Insgesamt kommen zum jetzigen Zeitpunkt (Stand: 01.05.2019) 960 Obstbäume in der Gemarkung Molsberg vor. Hierbei handelt es sich überwiegend um Apfelbäume, gefolgt von Birnen, Pflaumen, Kirschen, Walnüssen und anderen Streuobstarten. Bei der Betrachtung von Größe, Kronendurchmesser und Stammumfang wird deutlich, dass der Anteil der Jungbäume überwiegt. Der Zustand der Obstbäume um Molsberg ist vergleichsweise gut. Sowohl die Statik, die Vitalität als auch der Pflegebedarf sind überwiegend zufriedenstellend, was einen kleinen Kreis aktiver Streuobstbesitzer zu verdanken ist. Dies trifft vor allem auf die Jungbäume zu, während der Altbaumbestand in einem erheblich schlechteren Pflegezustand ist. Viele Altbäume wurden über einen langen Zeitraum gar nicht mehr geschnitten, so dass sie einen hohen Totholzanteil und teils kräftigen Mistelbefall aufweisen. Die alten Bäume sind aber auf Grund ihrer Höhlen und eingeschränkten landwirtschaftlichen Wiesennutzung von besonderer ökologischer Wertigkeit. Die Naturhöhlen der Obstbäume werden von Insekten, Brutvögeln, Fledermäusen als auch von Kleinsäugern genutzt. Durch die extensivere Nutzung unter den Obstbäumen kommen in der Molsberger Gemarkung noch einige nährstoffarme Wiesen vor, welche für manche Pflanzenarten existentiell sind. Die Sorten der Obstbäume, wie solch alte seltene Obstorten „Osnabrücker Renette“, „Minister von Hammerstein“ aber auch die noch recht häufige Lokalsorte „Mauerapfel“ oder das extrem seltene „Hammeldeinchen“ verdeutlichen die große kulturhistorische Bedeutung der Molsberger Streuobstbestände. Trotz einiger aktiver Streuobstbesitzer sind der Rückgang durch Nutzungsaufgabe und der damit verbundene Mistelbefall leider auch innerhalb der Gemarkung von Molsberg erkennbar. Umso wichtiger ist es, sich für den Erhalt der Molsberger Streuobstbestände zu engagieren und den vorhandenen Bestand durch eine dauerhafte Pflege und durch Neuanpflanzungen zu erhalten, auszuweiten umso diesen artenreichen und kulturhistorischen Schatz vor seinem Niedergang zu bewahren.

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