März 2018 | Der Grauspecht

Foto | Marcel Weidenfeller

Aussehen
Der Grauspecht (Picus canus) ist mit 27 – 32 cm Körpergröße etwas kleiner als der Grünspecht. Sein Gefieder am Rücken und an den Flügeln ist ähnlich grün gefärbt, wie das seines nahen Verwandten. Im Vergleich zu diesem hat der Grauspecht jedoch einen kräftig grau gefärbten Kopf mit nur klein ausgeprägten schwarzen Wangenstreifen. Das Gefieder der Weibchen besitzt überhaupt keine Rotfärbung und die Männchen des Grauspechtes besitzen lediglich einen kleinen roten Stirnfleck. Die Jungvögel des Grauspechtes sind nur geringfügig schwärzlich gestreift.



Verbreitung und Lebensraum
Auf Grund drastischer Bestandsrückgänge ist der Grauspecht mittlerweile eine der selteneren Spechtarten Deutschlands geworden. Während er früher in fast allen Laubmischwäldern und so auch im Westerwald häufig war, besiedelt er heute meist nur noch sehr strukturreiche alte und groß zusammenhängende Wälder. Durch die Zunahme milder Winter geht ein vermutlich entscheidender Konkurrenzvorteil für den kältetoleranten Grauspecht verloren, so dass der Grünspecht in jüngster Zeit seinen Verwandten immer häufiger verdrängt. Generell kommt der Grauspecht seltener in der offenen Kulturlandschaft vor als der Grünspecht und bevorzugt lichtdurchflutete, strukturreiche Laubmischwälder, Lichtungen und Waldränder. Gelegentlich kann man ihn in baumreichen Gärten und Parkanlagen antreffen.

Fortpflanzung und Lebensweise
Ähnlich wie der Schwarzspecht nutzt der Grauspecht häufig die Rotbuche als Brutbaum. Allerdings hämmert er seine Bruthöhle, deren rundliche Höhleneingang etwa 6 cm groß ist, meist in tote oder morsche Holzpartien. Die Bruthöhlen des Grauspechtes befinden sich oft im Stamm der Bäume meist auf einer Höhe von bis zu 8 m. Er ist oft sehr standorttreu und außerhalb der Brutzeit als Einzelgänger unterwegs, der sein Territorium deutlich gegen Eindringlinge verteidigt. Ähnlich wie der Grünspecht ernährt sich der Grauspecht vor allem von Ameisen und deren Larven. Außerhalb der Brutzeit weicht er oft auf Beeren, Früchte, Samen und Nüsse aus. Im Gegensatz zu seinem Verwandten sucht er seine Nahrung vornehmlich in offenen Waldhabitaten. Durch die Möglichkeit seine Nahrung im Kropf zu sammeln, muss der Grauspecht nur selten am Tag seine Bruthöhle zur Fütterung anfliegen.


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