August 2016 | Das grüne Heupferd

Mit einer Körperlänge von 4,2 cm ist das Grüne Heupferd eine der größten Heuschreckenarten Mitteleuropas. Seinen Namen hat das Tier des Monats auf Grund seines pferdeähnlichen Kopf erhalten und daher, dass es meist zum Zeitpunkt der Mahd, wo unsere Wiesen mit Heu übersäht sind als erwachsenes Insekt in Erscheinung tritt. Trotz ihrer enormen Größe wird die im Herbst aktive Heuschrecke oft übersehen, denn auf Grund seiner kräftigen grünen Körperfarbe ist das Grüne Heupferd in seiner Umgebung oft bestens getarnt.  

In seinem abwechslungsreichen Lebensraum, der meistens aus Büschen, Äckern, Wegrändern und andere Pflanzenbeständen besteht, ist die Heuschreckenart oft nur durch seinen lauten zirpenden Gesang ausfindig zu machen. So hängen die Männchen ab Mitte Juli kopfüber in der Vegetation und locken durch ihren Gesang die Weibchen zur Paarung an. Die Heuschreckenmännchen sind dabei untereinander äußerst aggressiv und vertreiben eindringende Artgenossen sofort aus der Umgebung ihrer Rufwarten. Nach der Paarung, die bis zu einer Stunde dauern kann, legen die Weibchen 150-300 Eier, aus denen im darauffolgenden Jahr die nächste Generation Grüner Heupferde schlüpft.

Das Grüne Heupferd kann auf Grund seiner guten Anpassungsfähigkeit als Kulturfolger bezeichnet werden und so manch einer wird bei einem sonntäglichen Herbstspaziergang auf das ein oder andere Heupferd gestoßen sein: Durch die Bodenerschütterung aufgescheut, springt das Grüne Heupferd in einer solchen Situation in die Höhe um im darauf folgenden Flug das Weite zu suchen. Die Distanz eines solchen Fluges kann bei ausgewachsenen Tieren bis zu mehreren Hundert Meter betragen. Die gute Flugfähigkeit und die ähnliche Größe, die unser einheimisches Heupferd gemeinsam mit der afrikanischen Wanderschrecke hat, erbrachte dem Grünen Heupferd zu Unrecht den Ruf als schädlicher Getreidevertilger, wie es sein afrikanischer Verwandte in manchen Jahren sein kann.

Im Gegensatz zum allgemeinen Glaube ernährt sich das Grüne Heupferd dagegen fast ausschließlich von anderen Insekten. Besonders die Larven des Kartoffelkäfers oder die vielerorts schädlichen Blattläuse dienen der Heuschrecke als Nahrung, so dass das Heupferd ein wichtiger Nützling unserer Heimat ist.


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