2017.05.21 Bachexkursion am Erbach

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Über 100 junge und erwachsene Bachforscher waren zu der jüngsten Veranstaltung des NABU Hundsangen und der Will und Liselott Masgeik-Stiftung nach Niedererbach gekommen um die Tierwelt des Erbachs genauer unter die Lupe zu nehmen. Nach der Begrüßung durch Marcel Weidenfeller vom NABU Hundsangen und einer kurzen theoretischen Einführung in die Gewässeranalyse durch den Naturschutzreferenten der Stiftung Philipp Schiefenhövel wurde schließlich das Bachbett von den Teilnehmern genaustens untersucht. Ausgestattet mit Kescher, Küchensieb und Gummistiefel gelangten zahlreiche Bachbewohner in die mitgebrachten Sammel- und Marmeladengläser. So füllten sich die Gläser mit Köcherfliegen-, Schlammfliegenlarven, Bachflohkrebsen und Strudelwürmern. Vor allem aber die etwas größeren Tierchen wie eine männliche Erdkröte, die zahlreichen Groppen und Bachforellen oder zwei Flusskrebse fanden Begeisterung bei den Bachforschern. So waren Leo und Jakob die glücklichen Fänger der beiden Flusskrebse und auch eine junge Ringelnatter ging den beiden Nachwuchsforschern ins Netz.



Aber auch alle anderen Kinder und Eltern machten im ökologisch noch gut strukturierten und naturnahen Erbach ausreichend Beute. Nach einer gewissen Sammelphase begann der Biologe Schiefenhövel die gefangenen Bachtiere in Schüsseln zu sortieren und ihre Biologie und Lebensweise zu erklären. Begeistert zeigte er sich über den Fund von vier Larven der Prachtlibelle, die neben einer hohen Wassergüte und einem strukturreichen Bachbett vor allem auch eine ausgeprägte und immer mal wieder sonnenbeschienene Ufervegetation brauchen, wo später die Männchen der blauschimmernden Libellen ihre Reviere abstecken können. Die hohe Anzahl der Groppen einer räuberischen Fischart der Mittelgebirgsbäche verdeutlicht, dass es genügend Kleinstorganismen, wie Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Bachflohkrebse und CO im Erbach gibt, die den Fischen als Nahrung dienen. Die einzelne gefangene Bachforelle wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bach ausgesetzt, denn natürliche Vorkommen der Bachforelle sind auch im Westerwald in den Oberläufen der Bäche immer noch selten, da die Fische oft durch Barrieren am Auf- und Absteigen gehindert werden. „Erstaunlich, wie viele verschiedene Tiere in einem so kurzen Bachabschnitt zu entdecken sind!“ berichtete eine Mutter begeistert. Nach drei kurzweiligen Stunden bedankte sich Marcel Weidenfeller bei der Stiftung für ihr Engagement und den Teilnehmern für ihre aktive Beteiligung und alle waren sich einig, dass es genau die richtige Wochenendbeschäftigung gewesen war und der eine oder andere sicherlich wiederkommen wird.





Fotos | Marcel Weidenfeller


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